Einfach eine Stelle ausschreiben und loslegen? Ganz so leicht ist es nicht. In Folge 11 (Kapitel 1.4) besprechen wir, wie du durch eine betriebliche Tätigkeitsanalyse den richtigen Beruf wählst und teure Fehlplanungen vermeidest.
Woher bekommst du die Informationen?
Bevor du dich festlegst, solltest du Expertenrat einholen. Laut Jens Kleinat gibt es drei primäre Anlaufstellen für Unternehmen:
- Zuständige Stellen: Ausbildungsberater der IHK oder HWK unterstützen bei der Qualifikationsprüfung.
- Agentur für Arbeit: Beratung zum Mehrwert und zur Arbeitsmarktsituation.
- Externe Berater: Spezialisierte Dienstleister entwickeln individuelle Ausbildungskonzepte.
Die betriebliche Tätigkeitsanalyse
Um sicherzustellen, dass dein Betrieb die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt, ist ein Abgleich zwischen Realität und Ausbildungsordnung zwingend:
- Abgleich: Passen unsere täglichen Aufgaben zum Ausbildungsrahmenplan?
- Infrastruktur-Check: Haben wir die nötigen Maschinen, Sozialräume und Fachpersonal?
- Zeitplan: Plane mindestens 9-12 Monate Vorlaufzeit ein (Konzept, Genehmigung, Akquise).
- Kooperationen: Fehlende Inhalte (z.B. spezielle Maschinenkurse) müssen über Partner abgedeckt werden.
Die Gefahr: Überforderung vs. Unterdeckung
Ein kritischer Erfolgsfaktor für die Motivation deiner Azubis ist das richtige Maß an Anspruch:
Risiko Überforderung
Zu viele Zusatzqualifikationen (z.B. Elektrotechnik für Tischler) in zu kurzer Zeit können den Azubi psychisch und physisch belasten.
Risiko Unterdeckung
Wenn der Azubi nach 6 Monaten „fertig“ ist und nur noch als billige Arbeitskraft eingesetzt wird, sinkt die Motivation und die Abbruchquote steigt.
Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung (HF 1.4)
- Welche drei Stellen unterstützen bei der Auswahl des Ausbildungsberufs?
- Warum ist ein Vorlauf von einem Jahr für die Ausbildung sinnvoll?
- Wie vermeidet man eine Unterdeckung der Ausbildungsinhalte in der Praxis?
