Medien für die AEVO-Unterweisung auswählen: Checkliste
Medien und Hilfsmittel sollten in einer AEVO-Unterweisung eine konkrete Lernaufgabe unterstützen. Entscheidend ist, was Auszubildende damit erkennen, bearbeiten oder überprüfen können. Wählen Sie deshalb erst Lernziel und Methode und anschließend die passende Darstellung und Ausstattung.
Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Medienauswahl. Welche Methode zu Ihrer Aufgabe passt, erklärt die Übersicht zu sieben Unterweisungsmethoden.
Methode, Medium und Hilfsmittel unterscheiden
Die Methode beschreibt den Lernweg, zum Beispiel ein Lehrgespräch. Ein Medium stellt Informationen dar, etwa eine Fallkarte oder eine Abbildung. Ein Hilfsmittel unterstützt die Arbeit, beispielsweise ein vorbereitetes Muster oder ein Arbeitsgerät. In der Planung können sich diese Funktionen überschneiden. Wichtig ist die konkrete Aufgabe des eingesetzten Mittels.
Ein Bildschirm macht eine Unterweisung noch nicht digital sinnvoll. Auch eine einfache Karte kann gut geeignet sein, wenn der Azubi daran Informationen ordnet und eine eigene Entscheidung entwickelt.
Welche Darstellung unterstützt welche Aufgabe?
| Medium oder Hilfsmittel | Mögliche Aufgabe | Vorher prüfen |
|---|---|---|
| Reales Muster oder Übungsgegenstand | Merkmale vergleichen und eine praktische Ausführung erproben | Sichere Nutzung, Erkennbarkeit und passende Übungsbedingungen |
| Fallkarte | Eine berufstypische Situation analysieren | Ausreichende Informationen ohne überflüssige Ablenkung |
| Arbeitsblatt oder Checkliste | Schritte strukturieren oder ein Ergebnis selbst kontrollieren | Verständliche Kriterien und genügend Raum für eigene Bearbeitung |
| Whiteboard oder Flipchart | Ergebnisse im Gespräch gemeinsam entwickeln und sichern | Lesbarkeit, Übersicht und tatsächliche Beteiligung des Azubis |
| Abbildung oder kurzes Video | Ein Merkmal oder einen schwer direkt sichtbaren Ablauf veranschaulichen | Klare Beobachtungsaufgabe und anschließende Auswertung |
| Digitale Übung | Entscheidungen bearbeiten und Rückmeldung nutzen | Bedienbarkeit, fachlich sinnvolle Rückmeldung und technische Verfügbarkeit |
Lehrfall: Eine Fallkarte für das Lehrgespräch
Im Lehrgespräch zum Küchenmöbelhandel dient eine kurze Kundenanfrage als Ausgangspunkt. Die Karte enthält nur die Angaben, mit denen die auszubildende Person Informationslücken erkennen und eigene Fragen entwickeln soll. Eine fertig ausgefüllte Liste aller richtigen Bedarfsfragen würde diesen Denkprozess vorwegnehmen.
Die Medienentscheidung lautet daher: Eine knappe Fallkarte eröffnet die Bearbeitung; ein gemeinsames Ergebnisblatt hält die selbst entwickelten Fragen fest. Ob die Person das Prinzip verstanden hat, wird anschließend an einem veränderten Fall geprüft.
Fünf Fragen vor dem Einsatz
- Zweck: Welche konkrete Handlung oder Überlegung unterstützt das Medium?
- Verständlichkeit: Sind Inhalt, Schriftgröße, Sprache und Anordnung für diese Zielgruppe passend?
- Aktivität: Was bearbeitet der Azubi selbst, statt nur zuzusehen?
- Rahmen: Sind Ausstattung, Zeit und sichere Handhabung geklärt?
- Auswertung: Woran erkennen Sie den Lernerfolg und wie wird das Ergebnis gesichert?
Technik und Ausweichlösung erproben
Testen Sie Ihre Darstellung vorab unter vergleichbaren Bedingungen. Prüfen Sie beispielsweise, ob Schrift und Bilder aus der vorgesehenen Entfernung lesbar sind und ob die Datei mit der vorhandenen Ausstattung geöffnet werden kann. Bereiten Sie für wichtige digitale Informationen eine praktikable Alternative vor, etwa einen gut lesbaren Ausdruck.
Stimmen Sie zugelassene Ausstattung und organisatorische Vorgaben mit Ihrer Prüfungsstelle ab. Ein technisch aufwendiger Aufbau ist nur hilfreich, wenn er die Lernaufgabe unterstützt und zuverlässig eingesetzt werden kann.
Die Medienwahl im Fachgespräch begründen
Eine konkrete Begründung kann lauten: „Die Fallkarte enthält die Ausgangssituation, aber noch keine fertige Lösung. So kann die Person eigene Fragen entwickeln. Die Ergebnisse halte ich gemeinsam mit ihr fest, damit wir sie am Lernziel prüfen können.“
Für die übergeordnete Planung nutzen Sie den Unterweisungsleitfaden. Die didaktischen Prinzipien liefern weitere Maßstäbe für verständliche und aktive Lernarbeit. Fachliche Hintergründe zu Methoden und digitalen Medien stellt das BIBB bereit.
