AEVO Handlungsfeld 2 – Kapitel 1


Handlungsfeld 2 · Kapitel 1

Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen – Ausbildung konkret vorbereiten

In Kapitel 2.1 geht es darum, wie aus dem Ausbildungsrahmenplan ein konkreter betrieblicher Ausbildungsplan entsteht.
Genau hier beginnt der praktische Teil der Ausbildungsplanung.

Die wichtigsten Fragen aus Kapitel 1

Was ist ein betrieblicher Ausbildungsplan?

Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans auf den konkreten Betrieb.
Er zeigt, wann, wo und wie die Ausbildungsinhalte vermittelt werden.

Woraus entsteht der betriebliche Ausbildungsplan?

Grundlage ist die Ausbildungsordnung mit dem Ausbildungsrahmenplan. Daraus werden betriebliche Inhalte, Abteilungen, Zeiten und individuelle Lernwege abgeleitet.

Warum ist der Plan für Azubis wichtig?

Der Plan gibt Orientierung, schafft Transparenz und zeigt dem Azubi, dass die Ausbildung strukturiert aufgebaut ist und nicht zufällig passiert.

Vom Ausbildungsrahmenplan zum betrieblichen Ausbildungsplan

Der betriebliche Ausbildungsplan entsteht nicht frei aus dem Bauch heraus. Grundlage ist immer die Ausbildungsordnung mit dem Ausbildungsrahmenplan. Daraus leitest du ab, welche Inhalte dein Betrieb wann, wo und wie vermitteln kann.

1. Ausbildungsordnung prüfen

Die Ausbildungsordnung ist die rechtliche Grundlage. Sie enthält unter anderem Berufsbezeichnung, Ausbildungsdauer, Ausbildungsberufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.

2. Ausbildungsrahmenplan analysieren

Der Ausbildungsrahmenplan zeigt, welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sachlich und zeitlich vermittelt werden müssen. Er ist die Vorlage für die betriebliche Planung.

3. Betriebliche Inhalte zuordnen

Jetzt prüfst du, welche Aufgaben, Abteilungen, Prozesse und Projekte im Betrieb zu den Vorgaben des Ausbildungsrahmenplans passen.

4. Berufsschulzeiten berücksichtigen

Berufsschule, Blockunterricht, externe Lehrgänge und überbetriebliche Phasen müssen in der Planung berücksichtigt werden, damit keine Inhalte untergehen.

5. Individuellen Ausbildungsplan erstellen

Der individuelle Ausbildungsplan berücksichtigt den konkreten Azubi: Vorkenntnisse, Lerngeschwindigkeit, mögliche Verkürzung oder zusätzlichen Unterstützungsbedarf.

6. Versetzungsplan festlegen

Der Versetzungsplan zeigt, wann der Azubi in welcher Abteilung eingesetzt wird. So werden Zuständigkeiten, Lernorte und Ausbildungsinhalte transparent.

Die drei Ebenen der Ausbildungsplanung

Ausbildungsrahmenplan

Er ist Bestandteil der Ausbildungsordnung und beschreibt die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung.

Betrieblicher Ausbildungsplan

Er überträgt die allgemeinen Vorgaben auf den konkreten Betrieb und seine Abläufe.

Individueller Ausbildungsplan

Er berücksichtigt den einzelnen Azubi, seine Vorkenntnisse, Abteilungen und möglichen Anpassungen.

Warum ein Versetzungsplan sinnvoll ist

Gerade in größeren Betrieben durchlaufen Azubis verschiedene Abteilungen. Ein Versetzungsplan zeigt, wann der Azubi in welchem Bereich eingesetzt wird und welche Inhalte dort vermittelt werden.

  • mehr Transparenz für den Azubi
  • bessere Abstimmung zwischen Abteilungen
  • weniger vergessene Ausbildungsinhalte
  • klarere Struktur für Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte

Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildung berücksichtigen

Wenn ein Azubi bereits Vorkenntnisse mitbringt, zum Beispiel durch Abitur, Fachhochschulreife, eine vorherige Ausbildung oder ein Berufsgrundbildungsjahr, kann eine Verkürzung sinnvoll sein.
Gleichzeitig kann eine Verlängerung nötig werden, wenn der Azubi mehr Zeit benötigt oder besondere Umstände vorliegen.

Wichtig ist: Der Ausbildungsplan muss dann angepasst werden. Es reicht nicht, einfach die Zeit zu verändern – die Inhalte müssen weiterhin sinnvoll vermittelt werden.

Wichtig:

In der Prüfung reicht es nicht, den Ausbildungsrahmenplan nur zu kennen. Du musst erklären können, wie daraus ein betrieblicher und individueller Ausbildungsplan entsteht.

🎧 Kapitel 1 als Podcast erklärt

Wenn du den betrieblichen Ausbildungsplan nicht nur verstehen, sondern wirklich nachvollziehen willst,
hör dir die Folge an. Hier erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du vom Ausbildungsrahmenplan
zum betrieblichen Ausbildungsplan kommst und worauf es in der Praxis ankommt.

Ideal zur Wiederholung oder zum Lernen unterwegs.

 

Weitere Folgen findest du hier:

Zum Podcast „Im Fokus der beruflichen Bildung“

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan?

Die Ausbildungsordnung ist die rechtliche Grundlage des Ausbildungsberufs. Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil davon und beschreibt, welche Inhalte sachlich und zeitlich in der Ausbildung vermittelt werden müssen.

Kapitel 1 verstanden – jetzt die Planung sicher anwenden

In Handlungsfeld 2 lernst du, wie du Ausbildung konkret vorbereitest, planst und strukturiert in die Praxis überträgst.


Handlungsfeld 2 gezielt lernen

Wenn du mehrere Handlungsfelder bearbeiten möchtest, ist der

AEVO Smart Kurs

die bessere Wahl – und meist auch günstiger.